Transektionsrate
Der Anteil der bei der Entnahme durchtrennten oder beschädigten follikulären Einheiten, bezogen auf die Zahl der Entnahmeversuche.
Die Transektionsrate ist der Anteil der follikulären Einheiten, die bei der Entnahme durchtrennt, abgeschert oder anderweitig beschädigt werden, ausgedrückt als Quote der Einheiten, deren Entnahme versucht wurde. Sie ist die Standard-Qualitätskennzahl für die Schneidphase eines FUE-Eingriffs: Je niedriger die Transektionsrate, desto mehr Grafts verlassen die Spenderzone intakt und einpflanzungsfähig.
In der Praxis
Transektion entsteht, wenn die Schneide der Stanze den Follikel kreuzt, statt sauber um ihn herum zu schneiden — meist weil die Stanzenachse nicht mit dem Follikelverlauf fluchtet, weil die Wurzel unter der Haut breiter ausläuft, als der Schaft vermuten lässt, oder weil der Stanzendurchmesser für das Graft zu klein gewählt ist. Deshalb wird die Rate im Fall als laufendes Signal beobachtet: Wer beschädigte Bulbi an den entnommenen follikulären Einheiten sieht, wechselt Durchmesser, korrigiert Tiefe oder Winkel, bevor sich das Muster über Tausende Extraktionen aufsummiert. Auch der Instrumentenzustand fließt direkt ein: Eine ermüdende Schneide treibt die Rate nach oben, weshalb stumpfe Stanzen ausgetauscht und nicht weitergedrückt werden — die Erkennungszeichen dafür beschreibt der Leitfaden Stumpfe FUE-Stanze erkennen.
Was Einkäufer und Anwender wissen sollten
Der wichtigste Vorbehalt: Eine Transektionsrate ist erst aussagekräftig, wenn die Zählmethode bekannt ist. Eine Zählung pro Graft wertet eine Einheit als transektiert, sobald irgendein Teil beschädigt ist; eine Zählung pro Haar teilt beschädigte Haare durch die Gesamthaarzahl und liefert bei Mehrhaar-Einheiten für dieselbe Graftschale eine deutlich andere — meist niedrigere — Zahl. Eine Klinik und ein Hersteller, die beide „fünf Prozent“ nennen, können völlig Verschiedenes messen. Werte sind zwischen Quellen ohne die Methode nicht vergleichbar; ein nackter Prozentwert ohne Zählregel, Stichprobengröße und Operateur ist unvollständige Information.
Für die Beschaffung ist diese Kennzahl der Ort, an dem Instrumentenwerbung auf Realität trifft. Ein Anbieter, der verspricht, seine Stanze „senke die Transektion“, macht eine Ergebnisaussage, die von Technik, Haarkaliber und Fallbedingungen abhängt — nicht von der Stanze allein. Instrumente bewertet man an messbaren Spezifikationen wie Schneidengeometrie, Durchmessertoleranz und Wandstärke, und behandelt die Transektionsrate als Ergebnis des Gesamtsystems, das kein einzelnes Produkt garantieren kann. Die Spezifikationsdetails, die Stanzen tatsächlich unterscheiden, sammelt der Themenbereich FUE-Stanzen.